Aktuelle Aktivitäten

Lehrstuhl für Sozialpädiatrie der TU München

 

 

Prof. Dr. med. Volker Mall
Vorstand der
Theodor-Hellbrügge-Stiftung

Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München

Viele  Forschungsprojekte können wir Dank Ihrer Spenden im Stiftungslehrstuhl Sozialpädiatrie durchführen. 

      • Erforschung von Entwicklungsstörungen,
      • Entwicklung von Patientenschulungsprogrammen,
      • Computergestützte Sprachhilfe bei Kindern mit schwerer Behinderung,
      • Computergestützte dreidimensionale Ganganalyse,
      • Frühe Hilfen für betroffene Eltern,
      • Erforschung von Regulationsstörungen und ihre Therapie,
      • Etablierung von Therapieangeboten für traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund 

 

Wenn Sie die Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Sozialpädiatrie unterstützen wollen,
freuen wir uns über eine Spende an die Theodor-Hellbrügge-Stiftung, Stichwort: Lehrstuhl.

 

Das Forschungsprojekt, das unser Lehrstuhlteam zur Zeit besonders beschäftigt, ist die Überarbeitung des Entwicklungstests Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (MFED)

 

Weitere Forschungsprojekte des Stiftungslehrstuhls 

App „Unser kleiner Schreihals“ - eine Smartphone-gestützte Hilfe für Eltern

Das Forschungsprojekt „Unser kleiner Schreihals“ soll - zusätzlich zu unserem Krisentelefon im Kinderzentrum München - vielen verzweifelten Eltern helfen.

Frühkindliche Regulationsprobleme – wie unstillbares Schreien, Probleme beim Ein-/Durchschlafen,  und/oder Schwierigkeiten beim Füttern – stellen für Eltern und Kind häufig eine enorme Herausforderung dar und können sich zudem negativ auf die gesunde Entwicklung des Kindes auswirken.

In enger Kooperation mit der Initiative Gesund.Leben.Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege entwickelt der Lehrstuhl aktuell die neuartige Smartphone-App „Unser kleiner Schreihals“.

Das Angebot richtet sich an Eltern, deren Baby unstillbar schreit, Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder in Füttersituationen zeigt. Solche Regulationsprobleme sind für Familien meist sehr belastend. Die Eltern sind häufig verunsichert im Umgang mit dem Kind, da sie es nur sehr schwer beruhigen können. In der Folge tun sie sich schwer, die Signale und Bedürfnisse ihres Babys zu verstehen, was sich negativ auf die Problematik an sich und auch auf die Beziehung zwischen Eltern und Kind auswirken kann.

Es ist daher besonders wichtig, das Wissen der Eltern über Regulationsprobleme und mögliche Interventionsmöglichkeiten zu erhöhen sowie deren Selbstwirksamkeit und Kompetenzerleben im Umgang mit ihrem Kind zu stärken und vor allem die erlebte Belastung zu reduzieren.

Häufig ist die Hürde, professionelle Hilfe aufzusuchen, für stark belastete Eltern aufgrund eigener Versagensängste und Stigmatisierungsbefürchtungen sehr hoch. Die hier entwickelte App soll umfassend über das Krankheitsbild aufklären und erste Tipps & Tricks für einen adäquaten Umgang mit dem Säugling vermitteln. So sollen das elterliche Kompetenzerleben und die Selbstwirksamkeit gestärkt werden. Eine Austauschmöglichkeit in einem Forum für die Eltern soll zudem für emotionale Entlastung sorgen und Hilfe zum Aufbau eines sozialen Netzwerks unter Betroffenen bieten.

Die App „Unser kleiner Schreihals“ wird für Eltern einen niedrigschwelligen Zugang zu fundierten Informationen mit Adressen von Beratungsstellen bereitstellen, wodurch die Familien zur professionellen Beratung und ggf. Therapie motiviert werden können, bevor es zu schädlichen Auswirkungen auf das Kindeswohl kommt.

Zurzeit wird die erste Testversion der entwickelten App in einer Studie evaluiert. Nach der Optimierung soll die App betroffenen Familien bald zur Verfügung gestellt werden.

 

„Spiele ohne Grenze“

Foto - F. Kautz/TUM

 

 

 

„Spiele ohne Grenze“ – ein inklusives Sport-Event – fand am 5. Juli 2016 unter der Schirmherrschaft von Bezirkstagspräsident Josef Mederer in München statt. Mit Begeisterung beteiligten sich alle Kinder mit und ohne Behinderung an den für sie neu entwickelten gemeinsamen Spielen.

 

Gemeinsam mit Frau Professorin Wacker, renommierte Inklusionsforscherin an der TU München, hat das Lehrstuhlteam Spiele für Kinder mit und ohne Behinderungen zur Anwendung im Regelsportunterricht entwickelt und in einer ersten Veranstaltung getestet. Die Veranstaltung, die der Bezirkstagspräsident Josef Mederer persönlich eröffnet hatte, war ein großer Erfolg. Über 100 Kinder haben die neuen Spiele mit Freude aufgenommen.

Von der Grundlagenwissenschaft zur klinischen Anwendung
Der Lehrstuhl Sozialpädiatrie ist an einem deutschen Konsortium zur Erforschung seltener genetischer Erkrankungen beteiligt. Gemeinsam mit Grundlagenforschern sollen neue Möglichkeiten zur Behandlung kognitiver Defizite bei Kindern mit Rasopathien gefunden werden. Unser wissenschaftlichesTeam ist für die Aspekte der praktischen Anwendung beim Patienten verantwortlich.

Sprechstunde in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge
Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund dar. Neben Untersuchungen bei Flüchtlingskindern wurde ein spezielles Versorgungsangebot für Kinder mit Migrationshintergrund am Kinderzentrum München entwickelt. Speziell geschulte Psychologinnen und Ärztinnen, zum Teil mit eigenem Migrationshintergrund, arbeiten hier um die sozialpädiatrische Versorgung dieser Patientengruppe zu verbessern.

Die seelische Gesundheit von Kindern von Anfang an im Fokus zu haben, ist das Ziel des neuen Sprechstundenangebotes in der Bayernkaserne. Im Vorfeld konnte das Lehrstuhlteam eine hohe Rate an psychischen Erkrankungen bei Kindern syrischer Familien mit Fluchthintergrund nachweisen. Kinder und Jugendliche werden bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung von Psychologen, Sozialpädiatern und Kinder- und Jugendpsychiatern betreut. Dieses Projekt führen wir in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Psychosomatik der TUM durch.

 

Weitere  Forschungsprojekte

Ein Projekt hat als Ziel, Kindern und Jugendlichen mit schweren körperlichen Behinderungen den Austausch mit der Umwelt und die Kommunikation mit den engsten Bezugspersonen zu verbessern.

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit schweren chronischen Erkrankungen liegt uns besonders am Herzen. So wurden Patienten- und Elternschulungsprogramme weiterentwickelt z. B. für Kinder mit Multipler Sklerose auch mit dem Ziel, den Übergang in das Erwachsenenalter zu verbessern,  sog. Transition. Kindern nach einer Herztransplantation und ihren Eltern konnte durch gezielte Patientenschulung im Kinderzentrum München geholfen werden. Patienten- und Elternschulung steht bei einem Projekt für Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose im Zentrum. Hier wird ein Schulungsmodul entwickelt, um die Krankheitsverarbeitung und den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern.

Besonders intensiviert haben wir die Arbeiten auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. In der Kooperation mit dem Institut für Medizintechnik der Technischen Universität München wird die Neuronale Plastizität beim Menschen erforscht mit dem Ziel, Therapie und Diagnostik von Entwicklungsstörungen zu verbessern.

Unsere Ergebnisse haben wir in zahlreiche Arbeiten international publiziert. Die Zusammenarbeit mit internationalen Forschergruppen wurde intensiviert.

Neue, dreidimensionale computergestützte Ganganalyse-Verfahren werden eingesetzt, um Hilfsmittel und Orthesen bei Kindern mit spastischen Bewegungsstörungen zu optimieren. Auch werden diese Patienten durch Lebensqualitätsuntersuchungen begleitet, um Therapieangebote, wie Sprachhilfen und Maßnahmen zur Hüftstabilisierung, zu untersuchen. Kindern z. B. nach einem Schlaganfall soll das Gehen mit speziellen Orthesen erleichtert werden. Hierzu werden die Kinder mit Hilfe einer Dreidimensionalen Computer gestützten Ganganalyse untersucht, um individuell optimale Gangunterstützung zu erreichen.

©kbo--Kinderzentrum München 

 

Das Bild links zeigt Ihnen die Funktionsweise der dreidimensionalen Computer gestützten Ganganalyse.

In einer Studie wird die Erhebung des Bedarfs Früher Hilfen bei Säuglingen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen untersucht. Die Unterstützung von z. B. Familien mit so genannten Schreibabies durch Frühe Hilfen soll hierdurch gefördert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt, der grundlagenwissenschaftliche und klinische Bedeutung hat, ist die Erforschung der Funktionsweisen des Gehirns in Entwicklung und bei Entwicklungsstörungen und dessen Fähigkeiten, sich an äußere Bedingungen anzupassen.

 

Diese umfassenden Aktivitäten sind nur durch ein hochkompetentes Lehrstuhlteam,
zahlreiche Unterstützer und Projektpartner möglich.

Wenn Sie die Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Sozialpädiatrie unterstützen wollen,

freuen wir uns über eine Spende an die Theodor-Hellbrügge-Stiftung, Stichwort: Lehrstuhl.

 

 

Rückblick zur Errichtung des Stiftungslehrstuhl für Sozialpädiatrie an der TU München

Am 15. Januar 2012 wurde der im Jahre 2009 an der Technischen Universität München geschaffene Stiftungslehrstuhl für Sozialpädiatrie mit Prof. Dr. Volker Mall besetzt. 

Dieser bundesweit erste Lehrstuhl für Sozialpädiatrie, der im Jahre 1976 gegründet wurde und bis zum Jahr 2008 an der Ludwig-Maximilians-Universität beheimatet war, schlägt eine Brücke zwischen der Kinder-und Jugendheilkunde, in der die Sozialpädiatrie verankert ist, und den Gebieten der klinischen Psychologie (Kinderpsychologie) und Pädagogik (Heilpädagogik), in die das Fach hineinragt.

Ziel ist es, Kindern mit Behinderung und chronischen Erkrankungen durch die Entwicklung, Überprüfung und Optimierung neuer Konzepte ein evidenzbasiertes Versorgungsangebot zur Verfügung zu stellen und die Sozialpädiatrie langfristig als akademisches Fach zu etablieren.
“Wir brauchen die wissenschaftliche Verankerung des Lehrstuhls, um die Sozialpädiatrie in Deutschland weiterzuentwickeln”, so Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München.

Am 15. Januar 2012 hat Prof. Dr. Volker Mall den Lehrstuhl für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München, der von der Theodor-Hellbrügge-Stiftung und dem Kommunalunternehmen der Kliniken des Bezirks Oberbayern finanziert wird, besetzt. Professor Mall ist zugleich ärztlicher Direktor des Kinderzentrum München.

Prof. Dr. med. Volker Mall (Bildmitte) feiert mit Vertretern des Bezirks Oberbayern und der Technischen Universität München
die Besetzung des Lehrstuhls für Sozialpädiatrie der TUM und seine Ernennung zum Ärztlichen Direktor des Kinderzentrums München.

Kinderarzt Prof. Dr. Volker Mall
Nach seinem Studium der Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg von 1989 bis 1996 und Studienaufenthalten in Edinburgh (GB), St.Louis (U.S.A.) Nimes (F) war  Volker Mall am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universität Freiburg tätig. 2002 wurde er Facharzt für Kinderheilkunde an der Universität Freiburg i. Br.; seit 2003 Oberarzt für Pädiatrie, die 2008 durch die Schwerpunktsbezeichung Neuropädiatrie erweitert wurde. 2005 habilitierte er sich für das Fach Kinderheilkunde mit der Habilitationsschrift "Die Entwicklung von Therapiestrategien für spastische Bewegungsstörungen nach frühen Hirnläsionen" und wurde 2008 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Zum 1. Juli 2011 erhielt er den Ruf nach Dresden auf eine neuropädiatrische Professur.

In einigen Artikeln wurde Prof. Mall in München vorgestellt:

SZ-Artikel vom 18./19. Februar 2012

Artikel in Münchner ärztliche Anzeigen vom 18. Februar 2012

 

Am 4. Juni 2009 wurde in der Kinderklinik München-Schwabing feierlich der Vertrag für die Errichtung des Stiftungslehrstuhls für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München unterzeichnet. Der neue Lehrstuhl für Sozialpädiatrie schlägt eine Brücke zwischen der Kinder- und Jugendheilkunde, in der die Sozialpädiatrie verankert ist, und den Gebieten der klinischen Psychologie (Kinderpsychologie) und Pädagogik (Heilpädagogik), in die das Fach hineinreicht.

Nach der Vertragsunterzeichnung in der Kinderklinik München-Schwabing (vlnr):
Prof. Burdach, Direktor der Kinderklinik, Frau Dr. Borrmann-Hassenbach, Geschäftsführerin des Kinderzentrums München,
Prof. Herrmann, Präsident der TU München, Prof. Hellbrügge, Prof. Henningsen, Prodekan der Med. Fakultät der TU München

Ziel ist es, Kindern mit Behinderung und chronischen Erkrankungen durch die Entwicklung, Überprüfung und Optimierung neuer Konzepte ein evidenzbasiertes Versorgungsangebot zur Verfügung zu stellen und die Sozialpädiatrie langfristig als akademisches Fach zu etablieren.

“Wir brauchen die wissenschaftliche Verankerung des Lehrstuhls, um die Sozialpädiatrie in Deutschland weiterzuentwickeln”, so Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München.